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  • AutorenbildSebastian Wurm

Aktiencrash - Was jetzt tun?

Aktualisiert: 6. Juli

Laut einer weit verbreiteten Faustregel spricht man von einem Aktiencrash, wenn breite Indizes um mindestens 20% gefallen sind. Werfen wir also einen Blick auf den MSCI Wolrd, den S&P500 oder den DAX wird daher schnell klar: Der Aktiencrash ist da. Bei vielen Anlegern sorgt das für Verunsicherung. Dieser Verunsicherung soll dieser Artikel zumindest etwas entgegenwirken.



Blick in die Vergangenheit


Während einer Krise verbreitet sich oft schnell eine Weltuntergangsstimmung an den Aktienmärkten. Jeder rät von Aktien ab. Die Märkte werden sich mit Sicherheit nicht mehr erholen. Ist die Krise dann einmal überwunden und erreichen die Märkte neue Höchststände, wird vielen oft erst rückblickend klar, dass diese Weltuntergangsszenarien überzogen waren.


Um sich dessen schon während der Krise selbst bewusst zu werden, kann ein Blick in die Vergangenheit helfen. Hier daher ein Auszug vergangener Krisen: 1. Weltkrieg, Spanische Grippe, Weltwirtschaftskrise, Öl-Krise, Dotcom-Bubble, Finanzkrise, Corona-Krise. In all diesen Krisen mussten die Aktienmärkte teilweise massive Verluste hinnehmen. Doch gab es eine Krise nach der sich die breiten Indizes nicht wieder erholt haben? Nein, die gab es nicht. Nach jeder Krise, mag sie noch so schlimm gewesen sein, haben die Aktienmärkte früher oder später neue Höchststände erklommen.


Wer sich dieser Tatsache bewusst ist, kann Krisen als Chancen für sich nutzen. Nicht umsonst sagte der amerikanische Aktienmarkt-Experte William Bernstein einst: „If you are a twenty-something, just beginning to save, then get down on your knees and pray for a market crash“.



Die Inflation frisst unser Geld


Teilweise bis zu 10% Inflation - Diese traurige Rekordmarke frisst den Wert unseres Geldes Tag für Tag auf. Nur um es einmal zu verdeutlichen was dies konkret bedeutet:



Würde die Inflation also dauerhaft bei 10% liegen, wären von einer anfänglichen Summe von 10.000€ nach 15 Jahren effektiv noch 2.400€ übrig. Zugegebenermaßen ist dies ein ziemliches Horrorszenario, das so hoffentlich nicht eintritt. Dennoch gehen derzeit viele Experten davon aus, dass uns die erhöhte Inflation noch lange Zeit begleiten wird. Geld einfach herumliegen zu lassen macht also definitiv keinen Sinn. Wieso dann nicht einfach in Unternehmen investieren, die die Inflation an ihre Kunden (in gewissem Maße) weitergeben können? Bestes Beispiel: McDonalds. Noch vor nicht allzu langer Zeit hat ein Cheeseburger dort 1€ gekostet. Mittlerweile liegt der Preis bei 1,59€. Das ist eine Preiserhöhung von sage und schreibe 59%. Und das Spannende dabei: Die Kunden kaufen die Produkte trotzdem.


Ein langfristiges Investment in Qualitätsunternehmen kann also helfen die Inflation zumindest etwas auszugleichen. McDonalds steht dieses Jahr nämlich bisher ein Plus von etwas mehr als 8% zugute. Angesichts der derzeitigen Lage ein herausragender Wert.




Emotionale Trigger reduzieren


Studien belegen, dass Anleger Stresshormone ausschütten, wenn sie in ihr Depot blicken. Ist das Depot dann auch noch dick im Minus, dürften die Stresshormone wohl Samba tanzen. Doch wieso blicken so viele Anleger dann überhaupt tagtäglich in ihr Depot, obwohl die allermeisten doch laut eigenen Aussagen langfristige Anleger sind? Die Antwort dürfte sein: Weil es so einfach ist.


Heutzutage trägt nahezu jeder sein Depot in der Hosentasche mit sich. Einen kurzen Code eingeben oder den Daumen hinhalten und schon bin ich eingeloggt. Viele Anleger machen dies mehrmals am Tag. Obwohl es rein gar nichts bringt. Der Blick ins Depot bringt dir nicht weniger und auch nicht mehr Rendite. Er bringt nur eines: Stress. Insbesondere in unruhigen Zeiten. Ein einfacher, aber sehr effektiver Tipp Stress, Unruhe, Angst vor Verlusten und vieles mehr zu reduzieren ist daher einfach die Apps der Broker vom Smartphone zu löschen. Möchte man Aktien kaufen kann man dies ja dennoch jederzeit über den PC tun. Oder aber auch einfach einen ETF Sparplan einrichten und diesen durchgehend laufen lassen - Das geht auch ohne sich ständig ins Depot einzuloggen.




Auf was beim Aktienkauf achten


Sind einem ETF Sparpläne hingegen zu langweilig und möchte man versuchen die Finanzmarktkrise noch gezielter auszunutzen, so kann das Investieren in einzelne Aktien eine Möglichkeit sein die Krise noch gezielter auszunutzen. Da es derzeit aber viele Unsicherheiten an den Märkten gibt, sollten Anleger auf wichtige Qualitätskriterien achten. Ich persönlich würde beim Aktienkauf gerade ganz besonders auf die folgenden Punkte achten:


  1. Verschuldung Wie hoch ist die Verschuldung des Unternehmens? Wann werden die Schulden fällig? Muss das Unternehmen zukünftig weitere Schulden aufnehmen?

  2. Profitabilität Ist das Unternehmen profitabel? Etwas weniger auf Umsatzwachstum, mehr auf Gewinn- Cashflow Wachstum achten

  3. Preismacht Kann das Unternehmen die Inflation an ihre Konsumenten weitergeben?

  4. Ist das Produkt/ die Dienstleistung wichtig für die Menschheit? Angenommen wir schlittern weltweit in eine immer schlimmere Rezession. Menschen verlieren ihren Arbeitsplatz, ihre Kaufkraft, ihr Erspartes. An welchen Stellen werden die Menschen dann sparen und was werden sie weiter konsumieren? Werden die Menschen bspw. weiterhin monatlich für ihr Netflix Abo zahlen?

  5. Lock-In-Effekt Hat das Unternehmen eine starke Kundenbindung und hohe Wechselkosten? Sind andere Unternehmen an die Produkte und Dienstleistungen gebunden und sind die Umsätze daher sicher?


Abschließend lässt sich definitiv sagen, dass die derzeitige Phase keine leichte für Anleger ist. Viele erleben vielleicht auch ihre erste Krise an den Aktienmärkten. Umso wichtiger ist es einen kühlen Kopf zu bewahren und gute Entscheidungen zu treffen. Am besten macht man es wohl wie André Kostolany sagte: “Kaufen Sie Aktien, nehmen Sie Schlaftabletten und schauen Sie die Papiere nicht mehr an. Nach vielen Jahren werden Sie sehen: Sie sind reich. “






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